
32 Batterien und Akkus fallen durchschnittlich pro Haushalt und Jahr im Bezirk Schärding an!
Batterien und Akkus gehören zu jenen Alltagsgegenständen, die in nahezu jedem Haushalt regelmäßig anfallen – von Fernbedienungen über Spielzeug bis hin zu Elektrogeräten. Umso wichtiger ist eine fachgerechte Entsorgung.
In den acht ASZ des Bezirks Schärding werden jährlich rund 20 Tonnen Gerätebatterien gesammelt und einer sicheren Verwertung zugeführt.
Klare Trennung erhöht die Sicherheit Eine verbindliche Trennung bei der Abgabe von Gerätebatterien in den ASZ erhöht die Sicherheit und erleichtert das Recycling. Es werden zwei Kategorien unterschieden:
· Batterien ohne Lithium
· Knopfzellen & Lithiumbatterien
Hintergrund dieser Maßnahme ist die deutlich erhöhte Brand- und Explos-ionsgefahr, die insbesondere von Lithiumbatterien ausgeht. Bereits kleine Beschädigungen, falsch gelagerte Altbatterien oder kurzgeschlossene Pole können ausreichen, um Brände auszulösen – sei es bei der Lagerung bei Ihnen zu Hause, während der Sammlung im ASZ, beim Transport oder in Sortier- und Recyclinganlagen.
Pole abkleben – schon zu Hause Ein zentraler Punkt ist das Abkleben der Pole bei Lithiumbatterien. Diese sollten bereits zu Hause mit einem Stück Klebeband gesichert werden, denn die Gefahr eines Brandes besteht bereits bei der Lagerung zu Hause. Für den Fall, dass sie zu Hause vergessen haben die Pole zu isolieren, ist vorgesorgt: In allen ASZ des Bezirks liegen kostenlos Klebebänder direkt bei den Sammelbehältern auf. Diese einfache Maßnahme reduziert die Gefahr von Kurzschlüssen erheblich und schützt Menschen, Eigenheime, Mietwohnungen, Altstoffsammelzentren und technische Anlagen.

Dimensionen, die häufig unterschätzt werden Wie groß die Herausforderung tatsächlich ist, zeigen folgende Zahlen: Geht man von einem Durchschnittsgewicht von rund 25 Gramm pro AA Batterie aus, entsprechen die jährlich gesammelten 20 Tonnen etwa 800.000 Batterien.
Bei rund 25.000 Haushalten im Bezirk ergeben sich so 32 Batterien pro Haushalt und Jahr. Wahrscheinlich sind es sogar mehr, da Knopfzellen deutlich leichter sind. Daher ruft die in Österreich für die Sammlung von Batterien zuständige Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria Gmbh auf „Sei kein Zündler“ - mehr dazu über den QR-Code!

Jede Batterie zählt: Ein Blick hinter die Kulissen
ASZ Profi Manuela Wegele berichtet von ihren Erfahrungen
Ein Gespräch mit ASZ‑Mitarbeiterin
Manuela Wegele über Batteriesicherheit, Verantwortung und gegenseitige Unterstützung
Fr. Wegele, Sie arbeiten täglich im Altstoffsammelzentrum. Warum ist das Thema Batterien derzeit so präsent? „Weil wir es jeden Tag spüren. Die Menge an Batterien und Akkus nimmt stark zu – vor allem Lithiumbatterien. Die stecken heute überall drin: im E‑Bike‑Zubehör, in Werkzeugen, in E-Zigaretten oder im Spielzeug der Kinder. Das sind leistungsstarke Energiespeicher, aber sie können auch gefährlich werden. Schon ein kleiner Schaden oder zwei ungeschützte Pole reichen aus, um einen Brand zu verursachen.“
Passiert das öfter, als man denkt? „Leider ja. Oft sieht man einer Batterie auf den ersten Blick gar nichts an. Sie fällt vielleicht herunter, wird gequetscht oder kommt mit einer anderen Batterie in Kontakt – und genau dann kann es kritisch werden. Deshalb ist der richtige Umgang so wichtig.“
Was bringt die Regelung im ASZ konkret? „Sie bringt vor allem mehr Sicherheit. Die Trennung in Batterien ohne Lithium sowie Lithiumbatterien und Knopfzellen hilft uns enorm. Wir können die Batterien gezielt sammeln, richtig lagern und sicher weitertransportieren. Das nimmt viel Risiko aus dem Arbeitsalltag.“
Ein zentrales Thema ist auch das Abkleben der Pole. Warum ist das so entscheidend? „Weil es wirklich etwas bewirkt – und dabei so einfach ist. Ein kleines Stück Klebeband verhindert, dass sich die Pole berühren und es zu einem Kurzschluss kommt. Das ist kein großer Aufwand, aber ein riesiger Sicherheitsgewinn. Jede isolierte Lithiumbatterie ist eine potenzielle Gefahr weniger. Daher unbedingt bereits zu Hause die Pole abkleben!“
Wie soll man mit beschädigten Lithiumbatterien oder Akkus umgehen? „Ganz wichtig: nicht einfach irgendwo hineinwerfen. Wenn ein Akku aufgebläht ist, ungewöhnlich heiß wird oder sichtbare Schäden hat, dann bitte direkt zu uns kommen und ihn persönlich abgeben. Wir wissen, wie wir damit umgehen müssen.“
Was passiert dann mit solchen Batterien? „Für beschädigte Lithiumbatterien gibt es eine gesonderte, besonders sichere Lagerung. Je früher so ein Akku dort landet, desto besser.
Was wünschen Sie sich von den Bürgerinnen und Bürgern? „Eigentlich gar nicht viel – nur ein bisschen Aufmerksamkeit. Lithiumbatterien zu Hause abkleben, beschädigte Akkus direkt bei uns abgeben und im Zweifel lieber einmal mehr nachfragen. Bei den enormen Mengen, die wir jedes Jahr sammeln, zählt wirklich jede einzelne richtig entsorgte Batterie.“
Was bedeutet diese Mithilfe ganz konkret für Sie und Ihr Team? „Sie macht unseren Arbeitsplatz sicherer. Und sie zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wenn Bürger:innen und ASZ‑Mitarbeitende zusammenarbeiten, funktioniert die Batteriesammlung sicher und problemlos – für alle.“